Vom Himmel fielen rote Blüten, wie im Meer schwimmende Tränen zu Boden. Die Brise schwingte sie sanft in meine Richtung. Der Karren fuhr ganz nahe vorbei, man konnte ihn beinahe mit den Händen berühren. Ich atmete tief ein, ein Duft von Rosen lag in der luft, bittere Rosen.
Mein Herz summte leidend eine sanfte Melodie, während er vor mir vorbeifuhr. Sein Blick streifte meinen, während sei wunderschönes weißes Haar wie ein Tanz im Wind hin und her schwingte. Auf seinem Kopf lagen Blütenblätter, sie hatten sich wie eine schützende Haut auf ihn gelegt. Ich folgte der weißen Pracht von wo sie begann, über die Schultern, über die sie streiften, wie die Finger über eine Harfe, den Armen entlang bis zu den Händen, bei denen ihre zarte glätte in einer kleinen Locke endete.
Die Hände, sie machten die Melodie, die mein Herz sang noch trauriger: Sie waren gefangen in eisernen Ketten. Er hielt seine Finger leicht angewinkelt, sie stützten jene Eisenringe, die seine Arme so erschwerten. Er hatte Schmerzen, man konnte es sofort erkennen, doch war es mir fremd zu wissen, ob sein leiblicher Schmerz, oder sein seelischer mehr schmerzte.
Aus seinen Augen ronn eine Träne, nur eine, sie war einsam, düster und nur für mich… sie war rot, rot wie Blut.
Der erste Gefangene. Bestraft, weil er sein Herz einer Priesterin schenkte. Möge ich für immer von der Elfischen ewigkeit verbannt werden, morgen werde ich an deiner Seite stehen, Hand in Hand, bis in den Tot verbunden.
Abschied
Juli 7, 2008 von isethoriginal